Die Uhlen der Süchtelner Höhen

Baumveteranen zeugen hier von einer alten bäuerlichen Kulturlandschaft.
Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Parzelle mit Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Die Süchtelner Höhen sind ein Teil des Naturparks Schwalm-Nette. Der teilweise bewaldete, schmale Höhenrücken hat eine Länge von ca 20 km. Mit ca. 90 m sind sie die höchste Erhebung im Kreis Viersen.

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Eine landschaftliche Besonderheit des Gebiets bei Viersen sind alte Kopfbuchen, die hier Uhlen genannt werden und zahlreiche Erdwälle. Durch eine spezielle historische Waldbewirtschaftung entwickelten die Rotbuchen eine besondere Wuchsform. Diese Buchen wurden oft in Parzellen angepflanzt, die Buchenkampe genannt wurden. Sie sind manchmal von Erdwällen eingefasst.

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Kopfbuchen und Erdwall auf den Süchtelner Höhen

Im Abstand von einigen Jahren wurden früher die Rotbuchen in zwei bis drei Metern Höhe in Abständen von bis zu acht Jahren immer wieder geschnitten, um z.B. Brennholz zu gewinnen.

Anders, als im Monschauer Heckenland, diente hier der Baumschnitt nicht dazu, Hecken als Zäune für Viehweiden zu erzeugen. Die traditionelle Niederwaldbewirtschaftung wurde vor einigen Jahrzehnten aufgegeben. Durch das Gewicht der nachwachsenden Äste, drohen die alten Bäume auseinander zu brechen. Teilweise konnten sie durch Zuschnitt gerettet werden, doch viele der über 200 Jahre alten Buchen sind heute abgestorben.

Mehr zu dieser Form der Niederwaldbewirtschaftung auf den Süchtelner Höhen finden Sie auf der Webseite des NABU Viersen.

Fotostory Monschauer Heckenland

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Baumpilze auf Totholz

Auch die abgestorbenen Bäume spielen eine wichtige Rolle in der Ökologie eines Waldes. Totholz ist eine Habitatnische für etwa 600 Großpilzarten und rund 1350 Käferarten.

Fotostory zu Totholz

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Abgebrochene Äste und Zuschnitt an alten Kopfbuchen

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Abgestorbene, bizarre Kopfbuche

Wahrscheinlich leitet sich die Bezeichnung Uhlen von den Eulen ab, die in den vielen Baumhöhlen willkommene Nisthöhlen fanden.

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Abgestorbene Kopfbuche auf den Süchtelner Höhen

Kulturgeschichtlich interessant sind auch die Erdwälle der Süchtelner Höhen. Informationen zu den Erdwällen im Bereich des Hohen Buschs gibt es auf der Datenbank KuLaDig des Landschaftsverbands Rheinland.

Kopfbuchen oder "Uhlen" auf den Süchtelner Höhen

Mächtige, uralte Rotbuche auf den Süchtelner Höhen

Buchenkampe und Kopfbuchen sind im Bereich Hoher Busch zu finden, einem Wald zwischen Hindenburgstraße und der südlicher gelegenen Bahntrasse. Dieses Waldgebiet wird seit mehr als 800 Jahren genutzt. An der Westseite des Erbenwalds, in der Nähe der Ortschaft Dornbusch, befinden sich einige Buchenkampe und entlang der Höhenstraße gibt es Uhlen.

Diese Örtlichkeiten sind in einer vergrößerten Ansicht auf OpenStreetMap Deutschland angegeben.

Informationen zum Erbenwald im Bereich des Hohen Buschs findet man auf der Datenbank KuLaDig des Landschaftsverbands Rheinland.

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