Friedhof Menzerath

Umgeben von einer hohen Bruchsteinmauer, abseits der touristischen Ströme, liegt ein auf den ersten Blick fast leeres Areal, dem ein Hauch von Lost Place anhaftet.
Eingang zum Friedhof Menzerath

Eingang zum Friedhof Menzerath

Der kleine Ort Menzerath liegt nordöstlich von Monschau. So unscheinbar das Dorf heute wirkt, spielte er doch eine wichtige Rolle in der Geschichte der Protestanten in der Nordeifel.

Im frühen 16. Jahrhundert spaltete sich mit der Reformation das westliche Christentum auf, in Protestanten und Katholiken. Innerhalb der Protestanten gab es damals die Lutheraner, die Reformierten und die Täufer. Die Protestanten mussten damals ihren Glauben meistens im Verborgenen praktizieren. Religionskonflikte waren der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. Erst nach 1672 wurde den Lutheranern das Recht gewährt, ihre Religion öffentlich auszuüben.

Der historische Friedhof Menzerath bei Monschau

Der historische Friedhof Menzerath bei Monschau

1709 wurde in Menzerath die erste Pfarrstelle für die Region Monschau eingerichtet und 1683 folgte der Bau einer Kirche auf dem heutigen Friedhofsgelände. Diese Kirche wurde wegen Baufälligkeit 1831 abgerissen.

In der Mitte der Friedhofsanlage steht das Grabkreuz für Maximilian Friedrich Scheibler (1759-1840), den ersten Pfarrer an der evangelischen Stadtkirche von Monschau, der auch in der Kirche von Menzerath tätig war.

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Seitlich an den Mauern lehnen alte, teils stark verwitterte Grabsteine, die frühesten Steine tragen das Datum 1678 und 1679. Auch in den Boden sind einige Grabplatten eingelassen. Insgesamt 39 Grabplatten beziehungsweise Grabsteine befinden sich heute noch auf dem 800 m² großen Gelände. Auf dem Friedhof befinden sind einige Grabsteine bekannter Tuchmacherfamilien des 18. Jahrhunderts aus Monschau. Die letzte Beerdigung fand 1906 statt.

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Die Inschriften auf den verwitterten und von Flechten überzogenen Grabsteinen sind heute schwer oder gar nicht mehr zu entziffern.

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Der Friedhof liegt zwischen den Häusern Menzerath 38 und 40 in Monschau-Menzerath.

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Grabstein, Friedhof Menzerath bei Monschau

Ausführliche Informationen zum Friedhof Menzerath gibt es in der Datenbank des Landschaftsverbands Rheinland (LVR)

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Kreuz mit Gedenktafel beim ehemaligen Friedhof Walchenau

Kreuz mit Gedenktafel beim ehemaligen Friedhof Walchenau

Etwa 6 km entfernt, westlich von Imgenbroich erinnern ein Kreuz und eine Gedenktafel an den ersten protestantischen Friedhof der Region.

Inschrift auf der Gedenktafel: Diese abgelegene Flur, ehemals „Walchenau“ genannt. War ab 1600 der erste Friedhof der Lutheraner und Reformierten des Monschauer Landes. Von 1683 bis 1794 nur noch durch die Reformierten genutzt,verfiel er, wurde 1831 endgültig aufgegeben und 1938 durch einen Westwallbunker überbaut.

Das Kreuz befindet sich am Kieselbacherweg westlich von Imgenbroich.